Einschätzungen zur Mitgliederversammlung

Mit Blick auf die Mitgliederversammlung am kommenden Samstag möchten wir als Initiative UNSER HSV unsere Einschätzung zu den eingereichten Anträgen zur Satzungsänderung abgeben.

Am 21.01.2023 steht die nächste ordentliche Mitgliederversammlung des HSV e.V an und markiert einen weiteren Entwicklungsschritt des so wichtigen Weges der Veränderung UNSERES HSV, hin zu einem Verein, der in Sachen Fannähe, Nachhaltigkeit und Partizipation neue Maßstäbe setzt und einen anderen Kurs einschlägt, als der internationale Spitzenfußball, dessen Verantwortliche die Idee eines basisnahen Fußballs mit ihrer Geldgier, ihrem Werteverfall und ihrem Realitätsverlust untergraben.

Teil von dem Weg der Veränderung könnte möglicherweise eine Rechtsformänderung der HSV Fußball AG sein. Auf der kommenden Mitgliederversammlung werden deshalb nun der Mitgliedschaft Ergebnisse einer Arbeitsgruppe präsentiert, die sich mit verschiedenen Rechtsformen auseinandergesetzt hat, die im deutschen Profifußball existieren. Diese Arbeitsgruppe ist eine Maßnahme des Vereins folgend auf einen Antrag aus dem Sommer 2021, welcher eine Überprüfung der Rechtsform beantragt und aus unserer Initiative heraus entstanden ist.

Lobend zu erwähnen ist hierbei sowohl die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe als auch die Organisation einer Infoveranstaltung am 11.01., bei der die Mitglieder vor Ort im Haus des Sports oder via Livestream vorbereitend auf die MV über die Ergebnisse der Arbeitsgruppe informiert wurden. Bei den TeilnehmerInnen der Arbeitsgruppe möchten wir uns an dieser Stelle für den Einsatz und das eingebrachte Engagement bedanken.

Im Mittelpunkt der Rechtsformthematik stehen die Kapitalbeschaffung und die Mitgliederrechte in den jeweiligen Rechtsformen. Vor allem Letzteres ist für uns von entscheidender Bedeutung. Denn der HSV lebt durch seine Fans, welche keine Konsumierenden darstellen, sondern viel mehr an der Ausrichtung des Vereins mitgestalten sollten. Nach der Mitgliederversammlung gilt es, sich für eine Rechtsform mit den dahingehend besten Rahmenbedingungen zu positionieren. Wichtig ist dabei die Selbstbestimmtheit und keine aus der Not heraus getriebene Entscheidung.

Anteilsverkäufen stehen wir, als Initiative UNSER HSV, kritisch gegenüber. Egal in welcher Rechtsform. Die Vergangenheit hat sowohl beim HSV, als auch bei anderen deutschen Proficlubs gezeigt, dass größere Anteilsverkäufe eher Machtbedürfnisse, Einfluss und Unruhen garantierten, statt den lang ersehnten sportlichen Erfolg. Oftmals waren sie Treiber sportlicher Talfahrten und Brüchen innerhalb des Vereins und der Fanszenen. 

An unsere Position zu Investoren und dem Beispiel der Kühne Holding AG sei hier noch einmal erinnert.

Die Anträge zur Satzungsänderung

Auf der Tagesordnung der kommenden Mitgliederversammlung finden sich vier Anträge, erarbeitet von verschiedenen Gremien des HSV e.V zu Änderungen der Satzung.

So soll der §2 Zweck und Aufgaben mit dem Thema Nachhaltigkeit ergänzt werden. Im Wortlaut: „Der Verein richtet sein Handeln darauf aus, einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten. Dabei setzt der Verein die Kraft seiner Gemeinschaft und des Sportes ein, um als Multiplikator für nachhaltige Entwicklung zu fungieren.“ Auch hierbei stellte ein Antrag, der aus unserer Initiative hervor ging und einen jährlichen Nachhaltigkeitsbericht fordert, einen wichtigen Stein des Anstoßes dar.

In dem zweiten Antrag auf Satzungsänderung geht es vor allem um die Anpassung und Konkretisierung von Formulierungen in der gesamten Satzung.

Der dritte Antrag auf Satzungsänderung beinhaltet Vereinfachungen der „Prozesse der Präsidiumswahl“ und soll damit mehr Transparenz schaffen. So sollen die Fristen für die Präsidiumswahl gestreckt werden, um dem Beirat eine sorgfältigere Prüfung und der Mitgliedschaft eine längere Entscheidungsfindung gewährleisten zu können. Des Weiteren soll die Listenwahl (Teamwahl) abgeschafft werden, wodurch Klarheit und Transparenz geschaffen werden soll und somit eine größere Bewerberanzahl ermöglichen könnte. Die Anforderungsprofile für mögliche Präsidiumskandidaten sollen dauerhaft veröffentlicht werden. Diese Änderungen könnten Missverständnisse und mögliche Intransparenz abwenden, die beispielsweise bei der letzten Präsidiumswahl zu Kritik führten.

Auch der Beirat, welcher beispielsweise für die Prüfung und Zulassung der Kandidaten einer Präsidiumswahl zuständig ist, soll mit dem vierten Antrag auf Satzungsänderung reformiert werden. Mit der Voraussetzung mindestens 10 Jahre Vereinsmitglied sein zu müssen und sich im Verein bereits ehrenamtlich engagiert zu haben, um in den Beirat zu gelangen, wird die Sicherheit geschaffen, dass diese Personen „Vereinserfahrung und (einen) (vorhandenen) Einblick in den HSV“ besitzen. Zudem bekämen die Bereiche „Fördernde Mitglieder/Supporters Club“ und „Amateure“ nun einen zweiten Sitz im Beirat, womit dieser in Zukunft breiter aufgestellt sein wird.

Wir als Initiative UNSER HSV begrüßen die Anträge zu den oben genannten Satzungsänderungen und empfehlen, diesen Anträgen zuzustimmen.

Lasst uns gemeinsam den HSV aktiv mitgestalten und Veränderungen vorantreiben. Bringt euch ein. Engagiert euch. Partizipiert. Vereinskultur ist die Basis für einen lebendigen HSV. Kommt alle zur Mitgliederversammlung am 21.01.2023, sie ist das höchste Organ im HSV!

Die Initiative Unser HSV im Januar 2023

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